AT | NK | Gloggnitz | Aktiengesellschaft der österreichischen Fezfabriken

Seltene Aufnahme [1] einer Fabrik, die 1899 als klassischer Hilfsindustriebetrieb für die im Schwarzatal stark vertretene Papierfabrikation begonnen hat. Das Produktportfolio lag traditionell auf Filzerzeugnissen, zeitweise wurden auch unter der Eigenmarke FEZ eigene Kleidungsstücke aus Filz bzw. Wolle auf den Markt gebracht [2].

Anbei eine kurze stichhaltige Vorstellung anhand der verfügbaren COMPASSDATEN [3-5]:

1925 [3]: Aktiengesellschaft der österreichischen Fezfabriken. 2500 Spindeln, 60 mechanische Webstühle, Wasserkraft 120 PS, Dieselmotor 120 PS. Erzeugnisse: Wollwaren und Filztuche für die Papierfabrikation.

1959 [4]: Aktiengesellschaft der österreichischen Fezfabriken, Wien VI., Getreidemarkt 1. Fabrik: 2640 Gloggnitz (1899) […] 900 Arbeiter und Angestellte. Erzeugnisse: Filztücher für die Papierindustrie, Preß- und Filtertücher, Decken, Mantel- und Kleiderstoffe, Pullmankappen, Damen- und Kinderhüte, Schals.

1979 [5]: Huyck Fez Gesellschaft m.b.H., Wien VI., Getreidemarkt 1. Fabrik: 2640 Gloggnitz. […] 500 Beschäftigte. Erzeugnisse: Filze und Siebe für die Papier-, Pappen- und Asbestzementindustrie, Preß- und Filtertücher.

2016 [6]: Heute ist der Standort als HUYCK WANGNER Austria GmbH Teil des amerikanischen Unternehmens XERIUM und ist laut Firmenwebsite [6] auf Bespannung spezialisiert.

Quellen:

[1] AK 140×89 mm von P. LEDERMANN, Wien I, Fleischmarkt 20 (1933), gleuafen am 25.10.1933, Eigentum schlot.at-Archiv

[2] Kunststoffverpackung eines FEZ-Produktes (Original Pullman), Sammlung schlot.at (2008)

[3] COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26. Wien. 1466

[4] COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959; Wien. 1354

[5] COMPASS-Verlag (1979): Industrie-Compass Österreich 1979/80, 1338

[6] XERIUM Standorte, abgefragt am 18.03.2016

 

WB | Blumau | Korbwarenfabrik Blumau

Copyright http://www.schlot.at (2012)

Flugzettel der Blumauer Korbwarenfabrik, wohl aus der Zwischenkriegszeit. Die Verwaltungsadresse ist mit Marxergasse 2, Wien III angegeben und ist somit identisch mit der Adresse des Zentralbureaus der Wöllersdorfer Werke um 1925. Unserer Ansicht nach handelt es sich um ein kurzlebiges Friedensprojekt dieser Zeit.

schlot.at ist dankbar für nähere Informationen über die Fabrik (Lage, Bestandszeitraum).

Maße: 165 x 102 x 0,045 mm. Material: Papier. Eigentum des schlot.at – Archives.

WN | Daimler Motorenwerke | WNF Werk II

Von 1899 bis 1935 wurden an diesem Standort in der Pottendorfer Straße Automobile und Motoren hergestellt [1]. Ab 1915 wurden – vorerst bis 1918 – von der ÖFFAG (Österreichische Flugzeugfabriks AG) auch Flugmotoren und anderes Kriegsgerät produziert [1].

Während des 2. Weltkrieges waren die Wiener Neustädter Flugzeugwerke (WNF) sowohl am Flugfeld Wr. Neustadt  (Werk I, Wiener Straße 120)  als auch im Bereich der ehemaligen Daimler Motorenwerke in Wr. Neustadt Nord, Pottendorfer Straße (Werk II)  [2] tätig.  Die obigen Fotos aus dem WNF – Werk II sind historische Abzüge von Glasplatten-/Kunststoffnegativen im Eigentum des Schlot-Archives.

Verortung folgt.

Quellen:

[1]…Austro Daimler: Geschichte, 29.01.2011

[2]…Geheimprojekte.at, WNF Werk II, 29.01.2011

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AT | WN | Gaswerk Wiener Neustadt, ca. 1930

[A]…Gaswerk Wr. Neustadt – Retortenhaus und Schornstein, ca.1930


[B]...Bericht zum Gaswerk 1945-1950

[B]…Bericht zum Gaswerk 1945-1950

Aufnahme vom mittlerweile sanierten Gaswerksgelände in Wr. Neustadt. Es handelt sich um einen älteren Abzug einer Glasplattenaufnahme um 1930 [A].

Die Aufnahme zeigt den Schornstein des Gaswerkes und das klassisch hohe Retortenhaus.

Die darin befindlichen Retorten (Behälter für Kohle) wurden mit Steinkohle beschickt (siehe Aufzug auf Laufschienen!). Die in die Retorten eingebrachte Steinkohle wurde mittels Koks erhitzt (siehe Kokslager im Vordergrund des Fotos) und binnen mehrerer Stunden entgast, wobei die im Verfahren aus der Kohle entweichenden flüssigen bis viskosen Ammoniak- und Teerbestandteile und das Gas getrennt abgeführt wurden [1].

Das weiße Gebäude im linken Hintergrund ist das heutige Landesgericht Wiener Neustadt, Flügel Maximiliangasse. Dies verrät die Aufnahmerichtung, nämlich von West nach Ost.

Das Gaswerk wurde im Zweiten Weltkrieg von 46 alliierten Bomben getroffen und binnen kurzer Zeit wieder instandgesetzt [B]. Ein kurzer  Lagebericht zum städtischen Gaswerk anno 1950 [B] gibt einen relativ guten Überblick über die Teer- und Gasproduktion in den 1930er Jahren und deren Steigerung nach dem zweiten Weltkrieg. Ferner ist eine zeichnungsähnliche Skizze eines Werksteiles aus 1950 im Bericht [B].

Das Areal des Gaswerkes Wr. Neustadt wurde aufgrund der durch den langjährigen Betrieb bestehenden Kontaminationen des lokalen Untergrundes als Altlast N17 ausgewiesen und 2008 – 2009 einer kompletten Sanierung unterzogen [2].

Quellen:

[1]…Wiener Gasometer

[2]…Umweltbundesamt

[A]…Historischer s/w-Abzug von Glasplatte 177×127 mm im Eigentum des Schlot-Archives (2011).

[B]…Amtsblatt Wr. Neustadt, Sonderausgabe 1950. Eigentum schlot.at-Archiv

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AG der Lokomotivfabrik Wr. Neustadt, vormals G. Sigl, Rax-Werk | WN | Wiener Neustadt

Über den Betrieb

Branche: Fahrzeugbau, Rüstungsindustrie

Geschichte:

  • 1842:  Georg Sigl’s Lokomotivfabrik [3]: Fabriksgründung südlich der Pottendorfer Straße
  • 1870 Erweiterung des Werks auf Bereiche nördlich der Pottendorfer Straße [3]
  • 1875: Umbenennung in Aktiengesellschaft der Lokomotivfabrik Wr. Neustadt, vormals G. Sigl in Wr. Neustadt
  • 10.07.1916: Vernichtung großer Teile des südlichen Werkes durch einen Tornado. Während des 1. Weltkrieges wird das Werk Süd als Kriegsgefangenenlager genutzt [3]
  • 1930: Vorübergehende Stillegung des Werkes aufgrund der Wirtschaftskrise[3,4]
  • 1938: Übernahme des Werks durch die Wiener Lokomotivfabrik [5] bzw. Henschel & Sohn [6]
  • 1942: Gründung der Rax-Werk Ges.m.b.H., Fertigung von Lokomotivtendern, Leichtern und Rüstungsprodukten, u.a. von V2-Raketenteilen [2] im Nordteil der ehem. Lokomotivfabrik Sigl.
  • 1943: Gründung eines Außenlagers des Konzentationslagers Mauthausen in nder sogenannten Serbenhalle, einer in Kraljevo demontierten und in Wr. Neustadt aufgebauten Eisenbahnfabrikshalle [1].
  • 1945: Auflassung Konzentrationslager, Rax-Werk wird USIA – Betrieb
  • 1958: Anschluss an den Simmering-Graz-Pauker-Konzern [2]
  • 1966:  Stillegung des Werkes [2]

Heute finden sich als Reste der Raxwerke noch folgende Objekte:

Hier ein Werkskatalog des RAX-Werkes aus der Nachkriegszeit zum Download – ca. 1955-1957. Datengröße ca. 3MB.

Rax-Werk_1957

Literatur:

[1] …http://www.erinnern.at/gedaechtnisorte-gedenkstaetten/katalog/denkmal_serbenhalle

[2]… http://de.wikipedia.org/wiki/Raxwerke

[3]…wiki: Lokomotivfabrik Wr. Neustadt

[4]…Orientierungsplan von Wr. Neustadt Maßstab 1:10.000, Jänner 1937. Verlag: A.J. Kuderna, Wr. Neustadt

[5]…Fotodokument aus Schlot-Archiv mit Jubiläumstafel: „Wiener Lokomotivfabrik AG. Werk Wiener Neustadt“, den Lokomotivtender 50 647 zeigend.

[6]…Geheimprojekte.at – Raxwerk, 08.01.2011

[7]…Infos zu 114.01: Eisenbahnen in Österreich, 08.01.2011

[8]…Austrian Steam Base, 08.01.2011

[9]…Tender Baureihe 50, Foto, Abfrage 08.01.2011

[10]…Fotosammlung Schlot-Archiv

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Verortungen der Werke Süd (Alte Schleife, ursprüngliche Sigl-Fabrik) und Nord (Erweiterung 1870, dann Rax-Werke)

Nord: schlot_map (bei Google Maps) Süd: schlot_map (bei Google Maps)

Patronenfabrik AG Lichtenwörth / LIGA | WB | Lichtenwörth

WB | Döttelbach WB | Döttelbach

Über den Betrieb

1929/30 wurde die ehemalige „Patronenfabrik AG Lichtenwörth“ des G. Roth von seinem Konkurrenten, dem Industriellen Mandl, übernommen. Alsbald wurde die Hülsenproduktion eingestellt und um 1933 die Lichtenwörther Gasschutz- und Feuerlöschgeräte AG gegründet, an der die Hirtenberger AG die Mehrheitsanteile hielt.[1].

Die Fabrik war am nordöstlichen Stadtrand von Wiener Neustadt, Postadresse Pottendorfer Straße 162 angesiedelt. Die Produktion fand wohl bereits auf niederösterreichischem Gebiet statt.  Aus 1938 liegt dem schlot-Archiv ein Werbefolder vor, der die allgemeine Angst vor einem Krieg mit grimmigen Abbildungen von Gasübungen schürte [2].

1938 wurden neben Gasschutzprodukten (Gasmasken, Atemfilter, Sauerstoffgeräte, Schutztüren, Raumlüfter und Schutzanzügen) auch diverse Feuerlöscher (Marke Total) und Arbeiterschutzprodukte (Respiratoren, Sandstrahl-Schutzhelme und Asbestkleidung) hergestellt. Anbei 4 einzeln aufrufbare Katalogseiten aus [2]:

Im zweiten Weltkrieg wurde die Rüstungsproduktion wieder aufgenommen und das Werk in die Gustloff-Werke integriert [2].

Quellen:

[1]…Hirtenberger, Geschichte, pdf-Seite 52. 19.04.2012
[2]…Beilage 5 zum Sonderheft „Luftschutz“ der „Militärwissenschaftliche Mitteilungen“, Heft 3, Jahrgang 1938

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Autoteppichfabrik Intier-Eybl | WU | Ebergassing

WU-Ebergassing

Fotos

Über den Betrieb

AG der Teppich- und Möbelstoff-Fabriken vormals Philipp Haas und Söhne [1,2]

  • Branche: Textilerzeugung
  • Arbeiterstand 1925: 600-700 Arbeiter
  • Ausstattung 1925: 300 PS Wasserturbinen, 300 PS Dampfturbine, 120 PS Dampfmaschine, 5320 Spindeln, 336 mech. Webstühle
  • Produkte: Gewebe, Teppiche, heute Auto- und Kunstteppiche
  • Höchstzahl gleichzeitig bestehender Schlote: 1 (2007)

Literatur:

  • [1] COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass 1925/26 Band I Österreich; Wien. 1545
  • [1] COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass 1959 Österreich; Wien. 1288

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