BN | Blumau | Pulverfabrik | Explosion 1922

schlot.at vefügt seit 2010 über extrem seltenes Original-Fotomaterial der Explosion in der ehemaligen K.u. K. Pulverfabrik Blumau [1]. Die Munitionsfabrik wurde im späten 19. Jahrhundert von A. Nobel gegründet und knapp vor der Jahrhundertwende vom Militär übernommen. Im 1. Weltkrieg wurde das Werk extrem ausgebaut, es gab bis zu 15 Wassertürme und ein groß angelegtes Schienennetz. Unter anderem wurden auf dem in mehrere sogenannte Betriebsinspektionen unterteilten Gelände Trinitrotoluol (TNT) und Pikrinsäure hergestellt – großteils unter elenden sozialen und hygienischen Bedingungen. Der Übergang zur Friedensproduktion war nach dem verlorenen 1. Weltkrieg und den 1919 erschienenen Bestimmungen von St. Germain (weitreichendes Rüstungsverbot) sehr schwierig. 1922 war folgende Werkseinteilung aktuell [2]: Weiterlesen „BN | Blumau | Pulverfabrik | Explosion 1922“

schlot.at | newsletter 003 – Ausstellung: „Lehm – Glas – Wasser, Industriekultur in Brunn“

Liebe schlot.at-Newsletter-AbonnentInnen!

Anlässlich eines freudigen Ereignisses wollen wir Sie kurz über unsere letzten Aktivitäten informieren.

Ab diesem Wochenende, Eröffnung ist morgen Sa, 10.00, gibt es etliche interessante Exponate aus der schlot.at-Sammlung live zu betrachten:

Glasstücke, Schmelzreste sowie Glasprodukte aus der ehemaligen Glasfabrik Brunn sind im Rahmen der Ausstellung „Lehm – Glas – Wasser, Industriekultur in Brunn“ im Brunner Heimathaus (Gliedererhof, Leopold Gattringer Straße 34, Brunn/Gebirge) ausgestellt.

Genauere Infos dazu sowie die komplette Liste der ausgestellten Objekte finden Sie unter „Ausstellung: Lehm – Glas – Wasser, Industriekultur in Brunn“ <http://wp.me/p3WW2-1Gr>

Neue Beträge von schlot.at: Weiterlesen „schlot.at | newsletter 003 – Ausstellung: „Lehm – Glas – Wasser, Industriekultur in Brunn““

MD | Vösendorf | „Belko“ Genußmittelwerke

Die Fabrik der „Belko“ Wien-Vösendorfer Genußmittelwerke Berger,  Volk&Co in Vösendorf, Ortsstraße 10, wurde 1888 gegründet [1] und besteht heute als Gasthaus „Fabrik Vösendorf“ weiter [4]. 2 Kamine sind erhalten und in gutem Zustand [2].

1925 wurden erzeugt [3]:

  • Spirituosen
  • Dessertweine
  • Fruchsäfte
  • Schokolade
  • Zuckerwaren

1959 war das Produktportfolio bereits schlanker [1]:

  • Weinbrand
  • Likör
  • Fruchtsäfte

[1] Industrie-Compass 1959 Österreich, Compass Verlag, 1733.
[2] Ortsaugenschein 05/2011
[3] Industrie-Compass 1925/26 Band I Österreich, Compass Verlag, 851
[4] Fabrik Vösendorf, 15.05.2011

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WN | Daimler Motorenwerke | WNF Werk II

Von 1899 bis 1935 wurden an diesem Standort in der Pottendorfer Straße Automobile und Motoren hergestellt [1]. Ab 1915 wurden – vorerst bis 1918 – von der ÖFFAG (Österreichische Flugzeugfabriks AG) auch Flugmotoren und anderes Kriegsgerät produziert [1].

Während des 2. Weltkrieges waren die Wiener Neustädter Flugzeugwerke (WNF) sowohl am Flugfeld Wr. Neustadt  (Werk I, Wiener Straße 120)  als auch im Bereich der ehemaligen Daimler Motorenwerke in Wr. Neustadt Nord, Pottendorfer Straße (Werk II)  [2] tätig.  Die obigen Fotos aus dem WNF – Werk II sind historische Abzüge von Glasplatten-/Kunststoffnegativen im Eigentum des Schlot-Archives.

Quellen:

[1]…Austro Daimler: Geschichte, 29.01.2011

[2]…Geheimprojekte.at, WNF Werk II, 29.01.2011

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schlot.at | newsletter 002

Werte schlot.at-Newsletter-AbonnentInnen!

Dies ist erst der 2. Newsletter in unserer bald 4-jährigen Geschichte.
Bei all den Kommunikationskanälen (Artikel-Abo, RSS-Feeds,
Facebook-Seite,…) haben wir das „traditionelle“ Medium Newsletter
bislang komplett vernachlässigt. Da es jedoch einige daran interessierte
Personen gibt, wollen wir nun auch diesen Kanal aktivieren.

Zum Einstieg präsentieren wir eine kurze Übersicht der zuletzt
veröffentlichten Artikeln aus dem Industrieviertel (140 Beiträge
insgesamt) und dem weltweit ausgerichteten Schlot-Forum (aktuell 472
Beiträgen aus 42 Ländern). Je nach Anzahl neuer Artikel wollen wir Sie
künftig alle 1-3 Monate mit derartigen Basisinfos versorgen.

Industrieviertel (https://schlot.wordpress.com)

Vorwiegend historischer Zuwachs ist in diesem Teil zu sehen. Besonders
hervorheben wollen wir den bereits im Dez 2008 veröffentlichten, aber
frisch überarbeiteten und mit neuem Material versehenen Artikel über die
AG der Lokomotivfabrik Wr. Neustadt, vormals G. Sigl, Rax-Werk
<http://wp.me/p3jan-7S>

Jän 2011

WN | Wr. Neustadt | Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik Leopold Stich
<http://wp.me/p3jan-ym>
WN | Wr. Neustadt | Stauber-Bad, Abbruch 1959 <http://wp.me/p3jan-yt>
WB | Lichtenwörth | Nadelburg – k.k.priv. Messing- und Metallwarenfabrik
bzw. M. Hainisch A.G. <http://wp.me/p3jan-yV>

Dez 2010

MD | Vösendorf | Ehem. Lackfabrik Eisenstädter <http://wp.me/p3jan-xM>
WU | Schwechat | Stahlwerk Innerberger AG, später Hammerbrotwerke
<http://wp.me/p3jan-xY>

Nov 2010

BL | Hainburg | Tabakfabrik, 1930 <http://wp.me/p3jan-sh>
WB | Sollenau | Munitionsfabrik Böhler 1914 | heute ehem. Almeta-Gelände
<http://wp.me/p3jan-sA>
WN | Wr. Neustadt |  Wr. Neustädter Flugzeugwerke / Maschinenwerke
<http://wp.me/p3jan-sK>

Schlot-Forum (http://schlotforum.wordpress.com)

Als Neuzugänge finden sich hier jeweils 2 Artikel aus Wien, Graz,
Tschechien und Polen, sowie 1 Artikel aus Israel:

Jän 2011

AT | 1140 Wien | Caro-Werk Ges.m.b.H. <http://wp.me/p3WW2-1yP>
AT | 1140 Wien | Spielkartenfabrik Piatnik <http://wp.me/p3WW2-1yt>
PL | Bytom | Zaklad Górniczy Bytom II <http://wp.me/p3WW2-1xM>
PL | Chybie | Cukrownia i Rafineria <http://wp.me/p3WW2-1xD>
CZ | Bohumín | Rockwool Bohumín <http://wp.me/p3WW2-1xy>
CZ | Detmarovice | Kraftwerk Detmarovice <http://wp.me/p3WW2-1xu>
AT | Graz | Fernheizkraftwerk Graz <http://wp.me/p3WW2-1wD>
AT | Graz | H.G. Lettner & Söhne, vormals A.G. für chemische Industrie
<http://wp.me/p3WW2-1wp>
IL | IEC Power Plant Orot Rabin <http://wp.me/p3WW2-1wi>

schlot.at bei Facebook

Über Highlights informieren wir laufend auf der (öffentlich zugänglichen
/ auch für Facebook-Verweigerer geeigneten) Facebook-Seite
<http://www.facebook.com/schlot.at>. Wir freuen uns über jeden neuen
„Fan“ sowie deren Kommentare, „Likes“ bzw. in Worte gefasste „Dislikes“!

Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für 2011,
Markus Mráz | Christoph Schwaiger
schlot.at

WB | Lichtenwörth | Nadelburg – k.k.priv. Messing- und Metallwarenfabrik bzw. M. Hainisch A.G.

AK Nadelburg, gelaufen 1917. Quelle: (4)

In Lichtenwörth bestand von 1747 – 1930 eine bedeutende Metallwarenfabrik mit einer über 800 verschiedene Erzeugnisse umfassenden Produktpalette [1]. Die Fabrik war namensgebend für einen Ortteil von Lichtenwörth, die sogenannte „Nadelburg“. Die Fabrik war bis zum Verkauf an Anton Hainisch im Staatseigentum [1].

Kurz vor dem Niedergang 1930 scheint die Fabrik unter  „Nadelburger Messing- und Metallwarenfabrik M. Hainisch A.G.“ mit Firmensitz in Wien, Dominikanerbastei 4, auf. Als Präsident wird August Segur, als Vizepräsident Eduard Fischer genannt. [3]

1925 wurden in Lichtenwörth erzeugt [3]:

  • Tabakdosen
  • Zigarettenetuis aus Eisen und Messing vernickelt, Alpakka

Neben einem Museum sind heute mehrere erhaltene Arbeiterhäuser und das renovierte „Adlertor“,  einer der drei Zugänge der ehemals vom restlichen Ort abgeschotteten Fabrik als Attraktionen zu bezeichnen [1].

Online-Planmaterial über die ehemaligen Fabrikseinrichtungen ist auf der Museums-Website [2] verfügbar. Danke an R. Bachtrögl für Korrekturhinweise.

Quellen:

[1]…Nadelburgmuseum, Abfrage vom 06.01.2011

[2]…Plan Nadelburg, Nadelburgmuseum, Abfrage vom 06.01.2011

[3]…Industrie-Compass 1925/26 Band I Österreich. Compass Verlag, Wien. 542

[4]…Ansichtkarte der k.u.k. priv. Metallwarenfabrik Lichtenwörth – Nadlburg. Verlag Anton Willert, Photograph, Wien XII, Schallergasse 44. Gelaufen 1917. Maße 139x89mm. Eigentum Schlot-Archiv (2011)

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Weiter…

AT | WN | Gaswerk Wiener Neustadt, ca. 1930

[A]…Gaswerk Wr. Neustadt – Retortenhaus und Schornstein, ca.1930

[B]...Bericht zum Gaswerk 1945-1950
[B]…Bericht zum Gaswerk 1945-1950

Aufnahme vom mittlerweile sanierten Gaswerksgelände in Wr. Neustadt. Es handelt sich um einen älteren Abzug einer Glasplattenaufnahme um 1930 [A].

Die Aufnahme zeigt den Schornstein des Gaswerkes und das klassisch hohe Retortenhaus.

Die darin befindlichen Retorten (Behälter für Kohle) wurden mit Steinkohle beschickt (siehe Aufzug auf Laufschienen!). Die in die Retorten eingebrachte Steinkohle wurde mittels Koks erhitzt (siehe Kokslager im Vordergrund des Fotos) und binnen mehrerer Stunden entgast, wobei die im Verfahren aus der Kohle entweichenden flüssigen bis viskosen Ammoniak- und Teerbestandteile und das Gas getrennt abgeführt wurden [1].

Das weiße Gebäude im linken Hintergrund ist das heutige Landesgericht Wiener Neustadt, Flügel Maximiliangasse. Dies verrät die Aufnahmerichtung, nämlich von West nach Ost.

Das Gaswerk wurde im Zweiten Weltkrieg von 46 alliierten Bomben getroffen und binnen kurzer Zeit wieder instandgesetzt [B]. Ein kurzer  Lagebericht zum städtischen Gaswerk anno 1950 [B] gibt einen relativ guten Überblick über die Teer- und Gasproduktion in den 1930er Jahren und deren Steigerung nach dem zweiten Weltkrieg. Ferner ist eine zeichnungsähnliche Skizze eines Werksteiles aus 1950 im Bericht [B].

Das Areal des Gaswerkes Wr. Neustadt wurde aufgrund der durch den langjährigen Betrieb bestehenden Kontaminationen des lokalen Untergrundes als Altlast N17 ausgewiesen und 2008 – 2009 einer kompletten Sanierung unterzogen [2].

Quellen:

[1]…Wiener Gasometer

[2]…Umweltbundesamt

[A]…Historischer s/w-Abzug von Glasplatte 177×127 mm im Eigentum des Schlot-Archives (2011).

[B]…Amtsblatt Wr. Neustadt, Sonderausgabe 1950. Eigentum schlot.at-Archiv

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AT | WN | Stauber-Bad, Abbruch 1959

Ansicht des Abbruches vom 25.01.1959

Foto vom Abbruch (Pardon, Rückbau) des „Stauber-Bades“ in Wr. Neustadt. Das Foto wurde gemäß der rückseitigen Beschriftung am 25.01.1959 aufgenommen.

Foto auf Agfa-Papier (135×87 mm) im Eigentum des Schlot-Archives. Verortung wird anhand eines vorliegenden Stadtplanes von 1937 an der Ungargasse/Kehrbach versucht.

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AT | WN | Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik Leopold Stich

Postkarte der Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik Leopold Stich, undatiert, ca. 1960. Verlag: Alpine-Luftbild Innsbruck. Fotopapier: Mimosa Kiel. Format: 148×105,5 mm.

Die Fabrik wurde 1874 gegründet [2] und beschäftigte 1925 120 Arbeiter [1].

1925 waren eine Dampfmaschine und ein Elektromotor als Energiequellen im Einsatz. Es wurden Bonbons und Schokolade erzeugt [1]. Als Firmensitz wurde Wr. Neustadt, Brodischgasse 18 angegeben.

1959 weist der Compass [2] die Brodischgasse nur noch als Verkaufsstelle aus. Die Fabrik wird mit Adresse Neuweltgasse 26 (heute Neue-Welt-Gasse 26) angegeben. Diese Adresse stimmt mit der Lage der Fabrik auf der oben gezeigten Postkarte überein.

1959 zeigte sich eine gegenüber 1925 stark erweitere Produktpalette, umfassend folgende Süßwaren [2]:

  • Schokoladen
  • Bonbons
  • Kanditen
  • Dragees
  • Waffeln
  • Lebkuchen
  • Bäckereien
  • weiche Milchkaramellen
  • Lypt-Eument

Ein Gebäude dürfte 2011 noch als Fragment bestehen, die Fabriksanlagen selbst sowie der Schornstein sind abgetragen und durch Einfanilienhäuser ersetzt. Nähere Informationen über die Fabrik nehmen wir dankend als Kommentar entgegen.

[1]…Industrie-Compass 1925/26 Band I Österreich, Compass Verlag, Wien. 1672

[2]…Industrie-Compass Österreich 1959, Compass Verlag, Wien. 1765

Postkarte im Eigentum des Schlot-Archives.

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